Fragmente der Wasserstoffflaschen

Wasserstoffexplosion 1894 und Beginn der modernen Schadensanalyse

© BAM

Am 25. Mai 1894 explodierten auf der Flugpiste Berlin-Tempelhof mehr als 400 eiserne Wasserstoff-Speicherbehälter und hinterließen immense Zerstörungen. Die Preußische Königliche Mechanisch-Technische Versuchsanstalt wurde gebeten, die Materialeigenschaften zu untersuchen und ein Gutachten zu erstellen, wie eine erhöhte Sicherheit solcher Flaschen für die Zukunft unter Wahrung der Interessen des Luftschiffdienstes erreicht werden könnte, wie z.B. durch Verbesserung der Liefervorschriften oder entsprechende Materialprüfungen.

Die von Direktor Prof. Adolf Martens und seinem Stellvertreter Prof. M. Rudeloff persönlich durchgeführten Studien stellen eine der ersten umfassenden Schadensfalluntersuchungen der Geschichte dar und begründeten die lange Tradition der BAM in der Schadensanalyse. Martens und sein Kollege erarbeiteten recht detaillierte Probenpläne und untersuchten originale Versagensstellen mit besonderem Augenmerk auf auffällige Brucherscheinungen, führten aber auch Vergleichsversuche mit gehärteten sowie geglühten Proben durch. Erfahrene Materialwissenschaftler*innen können hier erste Routinen in der Durchführung von Versagensanalysen erkennen und die Bedeutung von Adolf Martens als Pionier auf diesem Gebiet wird deutlich.