Mikroplastik treibt in Ozeanen, Seen, Flüssen und Bächen. Es lässt sich in Böden, der Luft und tierischen Organismen nachweisen. Schätzungen besagen, dass jedes Jahr viele Millionen Tonnen weltweit in die Umwelt gelangen.

Die winzigen Partikel entstehen, wenn Kunststoffprodukte achtlos weggeworfen und von Sonne, Wind oder Gezeiten zersetzt werden. Sie sind aber auch als Produktzusätze in Zahnpasta und Kosmetika enthalten. Der Abrieb von Autoreifen und synthetische Fasern, die sich beim Tragen von Textilien lösen, zählen ebenfalls zu Mikroplastik.

Aber wo bzw. wie gelangt Mikroplastik am häufigsten in die Umwelt? Vorhandene Studien dazu beruhen auf Schätzungen oder Hochrechnungen, die sich wiederum auf sehr wenige exakte Messungen stützen.

 

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Ein schnellerer Nachweis

Forscher*innen an der BAM haben daher ein neuartiges Nachweisverfahren für Mikroplastik entwickelt:

Dazu werden Proben aus der Umwelt erst erhitzt und die entstehenden Gase dann auf ihre Bestandteile analysiert. Dabei werden modernste Messgeräte - ein Gaschromatograf und ein Massenspektrometer - verwendet. Eine solche Messung dauert nicht mehr wie bisher ein bis vier Wochen, sondern nur noch höchstens drei Stunden. Und: Sie kann auch allerkleinste Mikroplastikpartikel aufspüren - zum Beispiel den Abrieb von Autoreifen.

Referenzmaterialien für Mikroplastik

Ergänzt wird die Messtechnik durch eine Entwicklung der BAM, die auf den ersten Blick viel unscheinbarer wirkt als das hochmoderne Messinstrument, aber ebenso unverzichtbar ist: weißes Pulver in kleinen, braunen Glasflaschen. Es sind die weltweit ersten Referenzmaterialien für Mikroplastik.

Referenzmaterialien sind unerlässlich, damit Labore ihre Messgeräte kalibrieren und die unterschiedlichen Methoden validieren können. Erst so lässt sich einschätzen, ob die Instrumente präzise arbeiten, und die gelieferten Daten lassen sich zueinander in Beziehung setzen, um daraus später Bewertungen abzuleiten.

Inzwischen bietet die BAM als einziges Institut Referenzmaterialien zu den fünf häufigsten Mikroplastikarten an: Polyethylen und Polypropylen, aus denen Tüten und Lebensmittelverpackungen bestehen, sowie Polystyrol, aus dem etwa transparente Obstschalen gemacht sind. Außerdem Polyethylenterephthalat, das für Getränkeflaschen verwendet wird, und schließlich Polyamid, ein Kunststoff, der bei mechanisch stark belasteten Materialien wie Fischernetzen und Angelschnüren zum Einsatz kommt.