Wie können Zukunftstechnologien dabei helfen, großen gesellschaftlichen Herausforderungen wie dem Klimawandel zu begegnen und gleichzeitig unseren Wohlstand zu bewahren? Wie gewährleisten wir die Sicherheit neuer Werkstoffe, Produkte und Prozesse? Wie kann die Wissenschaft in postfaktischen Zeiten Vertrauen in ihre Ergebnisse schaffen? Und wie können sich Start-ups mit Zukunftstechnologien in strukturell konservativen Industrien etablieren?

Diese Fragen waren Thema des digitalen Symposiums „Vertrauen in Zukunftstechnologien“, mit dem die BAM ihr 150-jähriges Jubiläum feiert.

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Am 4. März 2021 feierte die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) mit einem hochranging besetzten Symposium ihr 150-jähriges Jubiläum. Weitere Veranstaltungen folgen in der Reihe "Wissenschaft mit Wirkung".

Datum

04.03.2021, 15.30 - 17.30 Uhr

Das Symposium wurde mit WebEx durchgeführt.

Programm

Symposium
Grußworte zum JubiläumPeter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie (BMWi), MdB
Grußworte zum JubiläumMichael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin
Vortrag
"Sicherheit macht Märkte: 150 Jahre BAM"
Prof. Dr. Ulrich Panne, Präsident BAM
Vortrag
"Zukunft der Materialforschung: Am Anfang war das Wort, dann kamen gleich die Materialien, die Digitalisierung erst viel später…"
Prof. Dr. Gian-Luca Bona, Direktor EMPA (Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Schweiz)
Vortrag
"Wissenschaft braucht Vertrauen. Wie ist dieses zu erreichen?"
Prof. Dr. h.c. Jutta Allmendinger, Ph.D., Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB)
Vortrag
"Zwischen Zuversicht und Skepsis: Technischer Wandel in postfaktischen Zeiten"
Prof. Dr. Dr. Ortwin Renn, Wissenschaftlicher Direktor, Institut für Transformative Nachhaltigkeitsforschung (Institute for Advanced Sustainability Studies, IASS), Potsdam sowie Professor für Umwelt und Techniksoziologie, Universität Stuttgart
Vortrag
"Wie schafft man als Startup Vertrauen in einer konservativen Industrie?"
Sonja Jost, Geschäftsführerin DexLeChem GmbH
Abschluss

Das Symposium wird mit WebEx durchgeführt. Die Teilnahme ist kostenlos, um vorherige Anmeldung wird gebeten. Bitte registrieren Sie sich hier.

Details

Grußworte zum Jubiläum

Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie (BMWi), MbB

Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie

© BPA/Steffen Kugler

Peter Altmaier ist Bundesminister für Wirtschaft und Energie. Von Dezember 2013 bis März 2018 war er Chef des Bundeskanzleramtes und Bundesminister für besondere Aufgaben. Zudem führte er von Oktober 2017 bis März 2018 die Geschäfte des Bundesministeriums der Finanzen. Zuvor war der Volljurist Peter Altmaier Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Er gehört dem Deutschen Bundestag seit 1994 an.

Grußworte zum Jubiläum

Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin

Michael Müller, Regierender Bürgermeister Berlin

© Susie Knoll

Michael Müller ist seit Dezember 2014 Regierender Bürgermeister von Berlin. Seit 1996 Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin. 2001 bis 2011 Vorsitzender der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus. 2004 bis 2012 sowie 2016 bis 2020 Landesvorsitzender der SPD Berlin. 2011 bis 2014 Bürgermeister und Senator für Stadtentwicklung und Umwelt. 2014 bis 2016 Senator für Kultur, seit 2016 Senator für Wissenschaft und Forschung.

"Sicherheit macht Märkte: 150 Jahre BAM"

Prof. Dr. Ulrich Panne, Präsident BAM

Seit 150 Jahren forscht, prüft und berät die BAM im Auftrag der Sicherheit in Technik und Chemie. Ging es zu Gründungszeiten vor 150 Jahren primär um die Sicherheit von für die damalige Zeit neuen Werkstoffen wie Eisen und Stahl, arbeitet die BAM heute intensiv und abteilungsübergreifend zusammen mit der Politik, der Wirtschaft und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen an wichtigen Zukunftsthemen wie Energie, Umwelt, Infrastruktur, Material und Analytical Sciences. Als wissenschaftlich-technische Ressortforschungseinrichtung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie leistet die BAM damit nicht nur einen entscheidenden Beitrag zur technischen Sicherheit von Produkten, Prozessen und der Lebens- und Arbeitswelt der Menschen, sondern stärkt auch die Wirtschaft und damit den Standort Deutschland.

Prof. Dr. Ulrich Panne, Präsident BAM

© BAM, Foto: Michael Danner

Prof. Dr. Ulrich Panne ist seit 2013 Präsident der BAM. Er hat Chemie an der Universität Dortmund sowie am University College London studiert und an der TU München seine Promotion angefertigt und habilitiert. Seit 2004 ist Professor Panne an der BAM tätig, wo er zunächst die Abteilung Analytische Chemie; Referenzmaterialien leitete. Neben dem Präsidentenamt hat er eine Honorar-Professur für Instrumentelle Analytische Chemie an der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) inne. Er ist zudem Sprecher der AG Ressortforschung und Vorsitzender der Initiativgemeinschaft Außeruniversitärer Forschungseinrichtungen in Adlershof e. V. (IGAFA). Professor Panne ist Mitinitiator und Sprecher der HU-Graduiertenschule für Analytical Sciences Adlershof (SALSA). Zudem ist er Gründungskoordinator der Sektion Naturwissenschaften der Initiative außeruniversitärer Forschungseinrichtungen in Berlin, Berlin Research 50 (BR50).

"Zukunft der Materialforschung: Am Anfang war das Wort, dann kamen gleich die Materialien, die Digitalisierung erst viel später…"

Prof. Dr. Gian-Luca Bona, Direktor EMPA (Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Schweiz)

Ob im winzig Kleinen – oder beim wirklich Großen: Im Universum zwischen Nano und Mega spielen Materialien die entscheidende Rolle bei technologischen Entwicklungen der Zukunft. In den letzten Jahrzehnten haben wir gelernt, wie aus den verschiedenen Elementen durch Kombination und Variation Neues entsteht: Innovative Werkstoffe und Materialien mit bisher ungekannten Eigenschaften und Funktionen. Erst durch dieses Wissen lässt sich heute ein Impfstoff gegen die Corona-Pandemie in kurzer Zeit entwickeln. Durch die Halbleitertechnologie lassen sich immer rascher Daten verarbeiten. Es gelingt uns, Maschinen intelligent und sicher interagieren zu lassen. Damit ist die Materialforschung eine der Voraussetzungen, damit die Versorgung von bald 8 Milliarden Menschen sichergestellt werden kann.

Prof. Dr. Gian-Luca Bona, Direktor EMPA

© EMPA, Nicolas Zonvi

Gian-Luca Bona ist Direktor der Empa und Professor für Photonik an den Eidgenössischen Technischen Hochschulen in Zürich und Lausanne und Mitglied des ETH-Rates. Sein wissenschaftliches Interesse gilt photonischen Materialien und deren Anwendung im Bereich von Kommunikation, Interconnects und Sensoren. Nach Abschluss seines Doktorates an der ETH Zürich wechselte er zu IBM. Dort arbeitete er in verschiedenen Bereichen in Forschung und Entwicklung, sowohl in der Schweiz als auch in den USA, bevor er 2009 seine Stelle an der Empa antrat. Er ist Mitglied in verschiedenen Gremien für Wissens- und Technologietransfer.

"Wissenschaft braucht Vertrauen. Wie ist dieses zu erreichen?"

Prof. Dr. h.c. Jutta Allmendinger, Ph.D., Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB)

Damit wissenschaftliche Ergebnisse akzeptiert werden und Wirkung entfalten, braucht es Vertrauen. Vertrauen ist dabei nichts, was man hat oder nicht. Vertrauen liegt zwischen Menschen und auch zwischen Menschen und wissenschaftlichen Erkenntnissen. Es ist ein Geben und Nehmen, ein fortwährendes Abtasten. In dem Vortrag wird umrissen, was Menschen brauchen, um neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Technologien vertrauen und sich ihnen öffnen zu können.

Prof. Dr. h.c. Jutta Allmendinger, Ph.D., Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB)

© WZB, David Ausserhofer

Prof. Dr. h.c. Jutta Allmendinger, Ph.D. ist seit 2007 Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) und Professorin für Bildungssoziologie und Arbeitsmarktforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin, sowie seit 2012 Honorarprofessorin für Soziologie an der Freien Universität Berlin. Sie studierte Soziologie und Sozialpsychologie in Mannheim und Madison, Wisconsin, wurde an der Harvard University promoviert und habilitierte sich an der Freien Universität Berlin. Von 1992 bis 2007 war sie Professorin an der Ludwig-Maximilians-Universität München, von 2003 bis 2007 Direktorin des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. Im Mai 2017 wurde Jutta Allmendinger in den Herausgeberrat der ZEIT berufen.

"Zwischen Zuversicht und Skepsis: Technischer Wandel in postfaktischen Zeiten"

Prof. Dr. Dr. Ortwin Renn, Wissenschaftlicher Direktor, Institut für Transformative Nachhaltigkeitsforschung (Institute for Advanced Sustainability Studies, IASS), Potsdam sowie Professor für Umwelt und Techniksoziologie, Universität Stuttgart

Populistische Strömungen gewinnen weltweit an Resonanz. Gleichzeitig beobachten wir ein tiefes Misstrauen in die Problemlösungsfähigkeit der Politik, in die Fairness der Wirtschaft und die Unabhängigkeit der Wissenschaft. Viele Menschen sind zutiefst verunsichert darüber, welche kollektiv verbindlichen Normen und Werte noch Geltung haben und inwieweit ihre Interessen und Anliegen bei den Entscheidungsträgern in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft noch gut aufgehoben sind. Der Vortrag beschäftigt sich mit den Ängsten in unserer Gesellschaft, ihrer Wahrnehmung, ihren Gründen und ihrer Wirkung. Zudem will er Anregungen geben, wie wieder mehr Zutrauen in den ethischen Wandel aber auch mehr Zuversicht in die Leistungskraft der zentralen Institutionen von Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft geweckt werden kann.

Prof. Dr. Dr. Ortwin Renn, Wissenschaftlicher Direktor, Institut für Transformative Nachhaltigkeitsforschung (Institute for Advanced Sustainability Studies, IASS), Potsdam sowie Professor für Umwelt und Techniksoziologie, Universität Stuttgart

© IASS

Prof. Ortwin Renn ist Wissenschaftlicher Direktor am Institut für Transformative Nachhaltigkeitsforschung (Institute for Advanced Sustainability Studies, IASS) in Potsdam und Professor für Umwelt und Techniksoziologie an der Universität Stuttgart. Renn studierte Volkswirtschaftslehre, Soziologie und Sozialpsychologie und promovierte anschließend an der Universität Köln. Er arbeitete als Wissenschaftler und Hochschullehrer in Deutschland, den USA und der Schweiz. Ortwin Renn forscht und publiziert vor allem zu den Themen Risiko, Nachhaltigkeit und Bürgerbeteiligung.

"Wie schafft man als Startup Vertrauen in einer konservativen Industrie?"

Sonja Jost, Geschäftsführerin DexLeChem GmbH

Die Startup-Szene ist traditionell an der Spitze zukunftsgerichteter Technologien und Geschäftsmodelle anzutreffen. Doch von der Idee bis zur Implementierung in den Markt kann es in Deutschland mitunter ein langer und steiniger Weg sein, insbesondere im Bereich wissenschaftlicher High-Tech Ausgründungen. Wie schafft man es in einer Industrie, in der eine “Never Change a Running Process”-Mentalität stark etabliert ist? Sonja Jost, bekannte Gründerin in der Grünen Chemie sowie Rolemodel für High-Tech Startups in Deutschland, gibt Einblicke, wie Vertrauen aufgebaut und Hürden überwunden werden können.

Sonja Jost, Geschäftsführerin DexLeChem GmbH

© DexLeChem GmbH

Sonja Jost hat 2013 DexLeChem mitgegründet, ein Startup für grüne Chemie, dessen CEO sie auch ist. Seit 2017 ist Jost Mitglied der Vollversammlung der IHK Berlin sowie Jurymitglied eines Accelerator-Programms der Europäischen Kommission, in dessen Rahmen sie über Startup-Investitionen in Höhe von 175 Mio. Euro entschied. Im Jahr 2019 wurde Jost zur Botschafterin der Initiative "Deutschland - Land der Ideen" der Bundesregierung und des Bundesverbandes der Deutschen Industrie BDI ernannt.

Moderation

Monika Seynsche, Wissenschaftsjournalistin und Moderatorin

Monika Seynsche ist seit 2007 freie Wissenschaftsjournalistin und Moderatorin, unter anderem für das Deutschlandradio, den BBC World Service und das Schweizer Radio SRF2, und war zudem bis 2012 als Redakteurin Forschung Aktuell für den Deutschlandfunk tätig. Sie studierte Landschaftsökologie und Wissenschaftsjournalismus an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, der Coventry University, England und der Freien Universität Berlin.